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Nibelungensteig

Wandern 100 km

Siegfried und den Drachen auf der Spur

Im Odenwald lebten einst Drachen, so sagt man und ebenfalls fand hier Siegfried, der Held der berühmten Nibelungensage, auf tragische Weise einen Tod. Verschiedenste Spuren zeugen noch heute davon, sodass man Sie bei einer mehrtägigen Wanderung selbst entdecken kann. Wem diese Mythen nicht genügen, um neugierig auf mehr zu sein, der kann an dieser Stelle erfahren, was den Nibelungensteig zu einem so besonders magischen und sehenswerten Fernwanderweg macht. Auf sieben Etappen, die zusammen rund 130 km zählen und dabei vom hessischen Zwingenberg bis nach Freudenberg am Main in Baden-Württemberg führen, können Wanderer seit gut zehn Jahren so manch fantastische Erfahrung machen. Dabei ist aufgrund der abwechslungsreichen Ab- und Aufstiege etwas Übung, sowie Ausdauer durchaus empfehlenswert.

Streckenverlauf Nibelungensteig

Höhenprofil Nibelungensteig

Unser Tour-Vorschlag Nibelungensteig

Verlauf & Etappen Nibelungensteig

Sie starten Ihre abenteuerliche Wanderung im kleinen aber feinen Zwingenberg zu den Füßen des rund 517 m hohen Melibokus. Schlendern Sie hier vielleicht noch zum Heimatmuseum, erkunden Sie die Stadt bei einem Spaziergang oder sammeln Sie Kraft für den folgenden Aufstieg. In Serpentinen geht es nun hoch auf den Melibokus und vielleicht noch weitere 22 m auf den dortigen Aussichtsturm, der Ihnen einen großartigen Rundumblick bietet. Sie steigen dann hinab ins Tal und kommen nach Balkhausen, wo Sie eine Rast einlegen oder entscheiden können, aus der ersten Etappe zwei zu machen. Es folgt nämlich sogleich der nächste Aufstieg, auf den 514 m hohen Felsberg, der mit seinem faszinierenden Felsenmeer aufwartet, dessen Ausmaß man nur schwer erfassen kann, wenn man es selbst noch nicht gesehen hat. Wer sich die Zeit nimmt, begegnet hier Riesen, Drachen und anderen Märchenfiguren, sowie Hinterlassenschaften der alten Römer. Über Lautertal und Schannenbach geht es dann weiter nach Südwesten, bis Sie letztlich Lindenfels, ihr heutiges Ziel erreichen.

Vor Ihrer Weiterreise, sollten Sie die über 800 Jahre alte Stadt etwas näher kennen und lieben lernen. Dafür eignen sich hervorragend Besuche im Lindenfelser Museum, sowie im Deutschen Drachenmuseum, aber auch das Schwimmbad, die mittelalterliche Burg und die dort stattfindenden Ritterspiele bieten grandiose Möglichkeiten, sich die Zeit im zauberhaften Lindenfels zu vertreiben. Die Route führt Sie nun weiter nach Westen, wobei die Aufstiege weniger anstrengend, die Landschaft dafür aber nicht weniger schön wird. Sie passieren das Örtchen Weschnitz und die Walburgiskapelle, wandern nach Süden und kommen nach circa 14 km auf dieser Etappen in Grasellenbach an.

In dem sympathisch schläfrigen Nest bietet sich ein Spaziergang in die Nachbarorte Wahlen oder Hammelbach an, wo man unter anderem einen Boule Club, einen Minigolfplatz, ein Freibad und einen Aussichtsturm findet. Auf der Weiterreise kommen Sie zuerst am Siegfriedbrunnen vorbei, in dem der Nibelungensage nach der Protagonist sein Ende durch die Hand seines Widersachers Hagen fand.  Durch die Regenmoore bei Güttersbach, vorbei am Marbachstausee und am Himbachel entlang durch den Wald erschließen Sie sich den Weg bis nach Erbach-Bullau.

Das bescheidene, rund 400 Seelen zählende Örtchen hat einen Campingplatz, einen Fußballverein, ein hübsches kleines Café und vor allem reizende Bewohner, sowie einen zauberhaft ländlichen Flair, der Ihren Aufenthalt besonders entspannend machen dürfte. Sie brechen nun auf zu der mit 9 km kürzesten Etappe, die Sie am geruhsam plätschernden Schöllenbach entlang nach Süden lotst. Kaum haben Sie den gleichnamigen Ort, sowie den Eutersee und die Itter passiert, gelangen Sie auch schon nach Hesselbach.

Nach der kürzesten folgt die planmäßig längste Etappe. Deshalb ist es ratsam, hier noch etwas zu verweilen, die fleißigen Füße im Hesselbach zu kühlen und sich im Landgasthof zum Grünen Baum auszuruhen und zu stärken. Es wird dann wieder waldig und auch die Aufstiege werden Sie etwas mehr herausfordern als noch bei der vorherigen Etappe. In Preunschen ist es dann Zeit für eine kleine Pause und einen Besuch im Waldmuseum, bevor Sie weiter zur mystischen Burg Wildenberg und über die Mud hinweg bis nach Beuchen wandern. Von hier aus geht es noch ein paar Kilometer nach Norden, vorbei an der Zittenfeldener Quelle, bis Sie ihr heutiges Ziel Amorbach erreicht haben.

Der Name der Stadt hat zwar nichts mit dem Gott der Liebe zu tun, dennoch kann man sich als Besucher schlichtweg in diesen Ort und all seine Kleinode verlieben. Da wäre zum Beispiel die Odenwälder Marzipankonditorei mit Werksverkauf, der idyllische Seegarten, die über 1250 Jahre alte Benediktinerabtei, ein abwechslungsreiches Freibad und nicht zuletzt eine großartige Kleinkunstbühne. Sollten Sie sich trotz all der Pluspunkte nicht dafür entscheiden, hier zu bleiben, gehen Sie nach Norden und dabei zeitweise Seite an Seite mit dem Weilbach, bis Sie am Main und somit in Miltenberg ankommen.

Die teilweise mittelalterlich anmutende Altstadt mit all ihren gut erhaltenen Toren verleiht dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre und lädt zu einem Rundgang ein. Des Weiteren gibt es ein direkt am Main gelegenes Hallenfreibad, das geschichtsträchtige Hotel zum Riesen und ein absolut empfehlenswertes Museum, untergebracht in der herausragenden Mildenburg. Nach etwas Kunst und Kultur, sowie einem staunenswerten Aufenthalt machen Sie sich alsdann auf, die letzten Etappe auf dem Nibelungensteig zu bezwingen. Noch etwa 13 km trennen Sie vom finalen Ziel Freudenberg am Main. Um dieses zu erreichen, besteigen Sie den Bürgstadter Berg und spazieren unter märchenhaft grünem Blätterdach nach Norden bis zur Burg Freudenburg, die erhaben über Main und Freudenberg wacht, wo Ihre Reise ein Ende nimmt. Ideal, um diese Tour ausklingen zu lassen, eignen sich ein paar Stunden im Schiffsmodell-Museum, im Zoo oder am malerischen Mainufer.

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